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Gäste erheben sich zum Applaus

Ehrungen verdienter und langjähriger Unparteiischer standen im Mittelpunkt. Am Samstag haben sich die Fußball-Schiedsrichter des Bezirks Riß zu ihrer Jahresfeier in der Halle in Altheim getroffen. Zweimal haben sich die Anwesenden zum Applaus von ihren Plätzen erhoben: Als der 85-jährige Adolf Schick aus Bronnen nach 3441 geleiteten Spielen offiziell in den Schiedsrichter-Ruhestand verabschiedet wurde, und als Hermann Schneider zum Ehrenmitglied der Schiri-Gruppe ernannt worden ist. Der Schwendier ist seit 50 Jahren als Schiedsrichter tätig.

Dabei waren auch die weiteren Ehrungen nicht von Pappe: Georg Mayr (SV Balzheim), Fritz Mohr (FC Blau-Weiß Bellamont) und Niko Wettenmann (SV Alberweiler) bringen es zusammen auf 120 Jahre als Referee; jeder der drei pfeift seit 40 Jahren. Dafür gab`s einen Erinnerungsteller. Alle genannten Schiedsrichter hatten sämtliche Auszeichnungen bereits erhalten, die der Verband vorsieht; die WFV-Ehrenordnung hört bei der Goldenen Schiedsrichter-Ehrennadel für 25 Jahre an der Pfeife auf.

Mit dieser Ehrung wurde Roland Schick vom SC Schönebürg bedacht; WFV-Schiedsrichterobmann Giuseppe Palilla (Spaichingen) übernahm die Verbandsehrungen. Die Silberne Ehrennadel für 20-jähriges Schiri-Amt hat sich Adrian Zuber vom SV Alberweiler verdient, seit jeweils 15 Jahren pfeifen Franz Amann (SV Mietingen), Alexander Daiber (SV Sulmetingen), Frank Dallmann (SV Alberweiler) und Pablo Urtlauf (SV Immenried); dafür gibt es die Ehrennadel in Bronze. Von der Schiri-Gruppe geehrt wurden Hartmut Denz (SV Äpfingen), Jessica Mast (SV Mietingen) und Timo Schick (TSG Achstetten), sie leiten seit jeweils zehn Jahren Fußballspiele.

Die bronzene Verbandsehrennadel ging an David Paulat vom SC Schönebürg. Sein langjähriger Weggefährte Giuseppe Palilla hat sie ihm überreicht. Der frühere Oberliga-Schiedsrichter Paulat war bei Palilla Assistent gewesen. Er hatte sich während und nach einer Zeit in höheren Spielklassen sehr stark in der Schiedsrichtergruppe engagiert und hatte als Lehrwart Nachwuchsreferees ausgebildet.

In der Schiedsrichtergruppe herrsche ein „enger Zusammenhalt“, hatte Obmann Jochen Oelmayer in seiner Eingangsrede festgestellt, für die er das Motto „Tradition und Veränderung“ gewählt hatte. Dies werde auch an der großen Zahl von 190 Gästen deutlich, die zur Jahresfeier erschienen waren, unter ihnen auch Schemmerhofens Bürgermeister Mario Glaser und Sven Bauer, Vorsitzender des gastgebenden SV Altheim. Auch etliche Vertreter benachbarter Fußballbezirke hatten sich die Ehre gegeben. Dem Lob des Obmanns schlossen sich auch Giuseppe Palilla sowie Bezirksvorsitzender Alois Hummler an. „Ihr seid ein tolles Team“, sagte er. So könnten nach einer Saison Pause auch wieder sämtliche Reservespiele mit geprüften Unparteiischen besetzt werden.

Hummler sprach auch die Reformen an, die der WFV plant, die wohl in einigen Jahren eine Vergrößerung des Bezirks zur Folge haben werden – was ihm Sorgen bereite. „Wie sollen wir das im Ehrenamt noch schaffen?“, fagte er. Nach wie vor ein Problem sei die Gewalt auf den Fußballplätzen. Als Beispiel nannte er einen zehnjährigen D-Jugend-Spieler, der durch obszöne Gesten und wüste Ausdrücke gegenüber dem Schiedsrichter aufgefallen sei. Obmann Oelmayer wiederholte in diesem Zusammenhang seine Worte aus dem Vorjahr, in denen er die Unparteiischen zu Zivilcourage und zum Handeln gegen die Gewalt aufrief. So könne es nicht sein, dass sich Spieler aufführten „wie die Axt im Walde“ und dies hinterher keinerlei Erwähnung im Spielbericht finde.

Doch ein Großteil des Abends galt auch der Unterhaltung. Einen vortrefflichen Beitrag dazu leistete das Musik-Comedy-Duo „Snorre und Hoss“ aus Hochdorf mit seinen Liedern – manche deftig, die meisten sehr originell, einige vorgetragen auf ungewöhnlichen Instrumenten wie Rohren oder Bierflaschen als Pfeifen. Die beiden durften erst nach  zwei Zugaben gehen.

Danke, Schorsch!

„Danke, Schiri“, hat der WFV in einer Veranstaltung in Reutlingen gesagt. Danke, Schorsch, sagt der Bezirk Riß. Georg Mayr vom SV Balzheim war nämlich in Begleitung von Obmann Jochen Oelmayer unter den 35 geladenen Unparteiischen in der Veranstaltung des Verbands. Der WFV zeichnete sie damit für ihr herausragendes Engagement aus. Verhindert waren Waltraud Kunz und Adrian Zuber, die als weitere Bezirksvertreter eine Einladung erhalten hatten.

Die Geehrten „übernehmen unbestritten die schwierigste Aufgabe im Fußball“, heißt es vom Verbandsseite. Bewegende Momente, lustige Anekdoten und eine große, kameradschaftliche Verbundenheit hätten eine stimmungsvolle Veranstaltung in der Prüfhalle der DEKRA-Niederlassung Reutlingen geprägt, schreibt der Verband.

„Für alle Preisträger ist ihre Tätigkeit als Schiedsrichter eine große Leidenschaft, die nicht immer nur Spaß und Freude mit sich bringt. Umso schöner ist es, dass wir die Möglichkeit haben, diesen Menschen in diesem Rahmen zu danken.“, sagt Verbands-Schiedsrichter-Obmann Giuseppe Palilla aus Spaichingen. Diesem Dank schloss sich auch Helmut Geyer, kommissarischer Vorsitzender des DFB-Schiedsrichter-Ausschusses und ehemaliger WFV-Schiedsrichter-Obmann aus Hessigheim, in seinem Grußwort an.

Georg Mayr (links) wird von Giuseppe Palilla ausgezeichnet.

Neue Schiris begrüßt

19 von 21 Teilnehmern des Schiedsrichter-Neulingskurses haben die Prüfung bestanden, zwei weitere haben noch die Chance. Im Sportheim der TSG Maselheim/Sulmingen ist der Neulingskurs mit dem Prüfungsabend zu Ende gegangen.

Obmann Jochen Oelmayer freut sich besonders darüber, dass acht der Männer – Frauen waren diesmal keine dabei – zwischen 25 und 35 sind und daher auch für Spiele aktiver Mannschaften in Frage kommen. Lehrwart Michael Kolb hatte die angehenden Unparteiischen wieder in Regeln, Bestimmungen und Spezialfälle eingeführt und dies sehr gut verstanden, berichtete der Obmann.

Grau ist alle Theorie, ganz anders die Praxis; entscheidend ist auch ihr „aufm Platz“: Demnächst werden die frischgebackenen Referees ihre ersten Spiele leiten, begleitet und betreut von erfahrenen Schiedsrichtern. Am Lehrgang haben teilgenommen:

Christian Arendt, Artur Duszenko  (beide SV Ringschnait), Jonas Ege (SV Schemmerhofen), Robin Fickler (SV Kirchdorf/Iller), Magnus Freisinger (TSV Rot an der Rot), Benjamin Gerster (TSV Attenweiler),  Manuel Göbel (SG Mettenberg), Simon Grieser (SV Altheim), Johannes Haag (TSV Rot an der Rot), Marius Hampp (SV Reinstetten), Fabian Hipp (FV Biberach), Tobias Keuchel (SV Steinhausen-Rottum), Mustafa Ören (FC Wacker Biberach), Manuel Rechsteiner (TSV Hochdorf), Thomas Reklau (TSV Attenweiler), Niclas Rösch (SV Schemmerhofen), Tobias Rothenbacher (SV Steinhausen-Rottum), Robin Weiß (TSV Rot an der Rot), Lukas Werner (SV Ringschnait), Robin Zell (SV Schemmerhofen) und Nicolas Zell (SV Ringschnait).

Lieber grüner Rasen als Kölner Keller

Prominenten Besuch hatte jetzt die Schiedsrichtergruppe Riß: FIFA- und Bundesliga-Referee Marco Fritz war im Pfarrstadel in Alberweiler zu Gast. Und was er zu berichten wusste, war äußerst interessant, was auch die vielen Fragen im Anschluss des Referats belegen.

Hauptthema des 41-Jährigen aus Korb bei Waiblingen war die Arbeit des Video-Schiedsrichters – in der Öffentlichkeit viel diskutiert und oft kritisiert. Fritz hatte noch am Samstag als Video-Assistent beim Bundesliga-Spiel Fortuna Düsseldorf-Schalke 04 fungiert. 22 bis 28 Kameras stehen dem Team in Köln zur Verfügung, doch selbst die liefern nicht immer ein eindeutiges Bild, erklärte Fritz. Anhand von Video-Szenen von der Fußball-WM in Russland erläuterte er, wann Video-Assistent eingreift und wann nicht, in welchen Fällen sich der Schiedsrichter zum Spielfeldrand begibt, um sich eine strittige Szene nochmals anzuschauen.

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